E-Mail-Marketing Statistiken 2026
38 Euro Rendite pro eingesetztem Euro. Diese Zahl macht E-Mail-Marketing zum Kanal mit dem höchsten Return on Investment im gesamten Digitalmarketing, Jahr für Jahr, unabhängig vom Aufstieg von Social Media, Influencer-Kampagnen oder KI-gesteuerter Werbung. Täglich werden weltweit 376 Milliarden E-Mails verschickt, Deutschland trägt rund 12 Milliarden kommerzielle E-Mails pro Jahr bei. E-Mail-Marketing Statistiken 2026 zeigen, dass der Kanal nicht nur überlebt, sondern durch Personalisierung, Automatisierung und bessere Segmentierung immer stärker wird.
Die folgenden Daten decken Öffnungsraten, Klickraten, ROI-Benchmarks, Automatisierungsdaten und Branchenvergleiche ab. Jede Kennzahl verwendet DACH-spezifische und globale Datenpunkte, damit die Benchmarks für Ihr Geschäft relevant sind, egal ob Sie einen Shopify-Shop in Wien oder ein SaaS-Unternehmen in Zürich betreiben.
Themenplan
Globale und DACH E-Mail-Nutzung
Weltweit gibt es 2026 rund 4,48 Milliarden E-Mail-Nutzer. In Deutschland haben 91 % der Internetnutzer ein aktives E-Mail-Konto. Der durchschnittliche Deutsche empfängt 118 E-Mails pro Tag über private und berufliche Postfächer, davon sind etwa 16 bis 20 kommerzielle oder Marketing-E-Mails.
Das tägliche globale E-Mail-Volumen erreichte 2026 insgesamt 376 Milliarden Nachrichten, gegenüber 347 Milliarden im Jahr 2024. Das Wachstum wird ebenso durch transaktionale E-Mails (Bestellbestätigungen, Versandbenachrichtigungen, Kontobenachrichtigungen) wie durch Marketing-E-Mails getrieben. Transaktionale E-Mails haben mit durchschnittlich 82 % die höchsten Öffnungsraten aller E-Mail-Typen, weil Empfänger sie aktiv erwarten.
E-Mail-Client-Marktanteile in Deutschland: Apple Mail 32 %, Gmail 28 %, Outlook 24 %, Web.de/GMX 11 % und sonstige 5 %. Der hohe Anteil von Web.de und GMX ist eine deutsche Besonderheit, die in anderen Märkten kaum vorkommt. Apples Mail Privacy Protection (MPP) beeinflusst geschätzt 35 bis 40 % der deutschen E-Mail-Öffnungen, was bedeutet, dass rohe Öffnungsraten-Daten vorsichtig interpretiert werden müssen.
E-Mail vs. andere Kanäle
E-Mails Reichweite und ROI übertreffen andere Direktmarketing-Kanäle konsistent. Cost-per-Acquisition im Vergleich: E-Mail durchschnittlich 7,40 Euro CPA in Deutschland, Organic Social 13,80 Euro, Paid Social 21,60 Euro und Paid Search 27,40 Euro. Der inhärente Vorteil von E-Mail: Sie kommunizieren mit Personen, die explizit eingewilligt haben, was Absicht und Bekanntheit voraussetzt.
Die Kosten für die Gewinnung eines E-Mail-Abonnenten über Content-Angebote, Pop-ups und Gated Resources liegen in Deutschland bei durchschnittlich 2,50 Euro. Der Lifetime Value eines E-Mail-Abonnenten beträgt durchschnittlich 52 Euro für E-Commerce-Marken und 118 Euro für B2B-Unternehmen. Angesichts dieser Wirtschaftlichkeit sollte Listenaufbau als Investition mit kumulativen Renditen behandelt werden.
Öffnungsraten und Trends
Die durchschnittliche E-Mail-Öffnungsrate in Deutschland liegt 2026 bei 24,2 %, leicht über dem globalen Schnitt von 21,3 %. Die höchsten Öffnungsraten erzielen Non-Profit-Organisationen (32,4 %), öffentlicher Sektor (29,6 %) und Bildung (27,8 %). Die niedrigsten: Einzelhandel/E-Commerce (17,2 %), Tagesangebote (13,8 %) und Marketing-Agenturen (18,1 %).
Die DSGVO wirkt sich positiv auf die Öffnungsraten im DACH-Raum aus. Die strengen Double-Opt-in-Anforderungen in Deutschland bedeuten, dass jeder Abonnent seine Einwilligung aktiv bestätigt hat. Das Ergebnis: kleinere, aber qualitativ hochwertigere Listen mit höherem Engagement. Deutsche Öffnungsraten liegen deshalb 2 bis 3 Prozentpunkte über dem globalen Schnitt.
Betreffzeilenlänge hat einen messbaren Einfluss. E-Mails mit 6 bis 10 Wörtern erzielen die höchsten Öffnungsraten in Deutschland (25,1 %), während 1 bis 3 Wörter (20,4 %) oder 11+ Wörter (21,6 %) schlechter abschneiden. Betreffzeilen mit dem Empfängernamen steigern die Öffnungsrate um 28 %. Dringlichkeitsbegriffe wie „letzte Chance“ oder „nur heute“ erhöhen Öffnungen um 20 %, können aber bei Übernutzung Spam-Filter und Abonnenten-Müdigkeit auslösen.
Preview-Text (der Textausschnitt neben oder unter der Betreffzeile) wird von 58 % der deutschen Marketer nicht optimiert. E-Mails mit individuellem Preview-Text erzielen 13 % höhere Öffnungsraten als solche mit Standard-Boilerplate wie „Diese E-Mail im Browser anzeigen“.
Klickraten (CTR)
Die durchschnittliche E-Mail-CTR in Deutschland liegt bei 3,1 %, der globale Schnitt bei 2,6 %. Die Click-to-Open-Rate (CTOR), die Klicks als Prozentsatz der Öffnungen misst, beträgt 13,2 % in Deutschland und 12,8 % global. CTOR gilt als besseres Mass für die Content-Qualität, weil sie das Engagement der Personen isoliert, die die E-Mail tatsächlich geöffnet haben.
CTR nach E-Mail-Typ: Willkommens-E-Mails führen mit 5,2 %, gefolgt von Warenkorbabbrecher-Erinnerungen (4,4 %), Transaktions-E-Mails (3,8 %), regulären Newslettern (2,4 %) und Werbe-Blast-E-Mails (1,7 %). Das Muster ist eindeutig: getriggerte und verhaltensbasierte E-Mails übertreffen Massensendungen, weil sie in Momenten hoher Relevanz ankommen.
Button-basierte CTAs übertreffen Text-Links um 21 % in Deutschland. Buttons mit Kontrastfarben erzielen 16 % höhere Klicks als Buttons, die ins Design verschwimmen. First-Person-CTA-Text („Mein Angebot sichern“) übertrifft Second-Person-Text („Ihr Angebot sichern“) um 12 % in A/B-Tests. E-Mails mit einem einzelnen, fokussierten Call-to-Action erzielen 26 % höhere CTR als E-Mails mit mehreren konkurrierenden Links.
Branchen-Benchmark-Tabelle
| Branche | Öffnungsrate | CTR | CTOR | Abmelderate |
|---|---|---|---|---|
| Non-Profit | 32,4 % | 4,0 % | 12,3 % | 0,09 % |
| Bildung | 27,8 % | 3,6 % | 12,9 % | 0,11 % |
| Finanzdienstleistungen | 25,2 % | 3,3 % | 13,1 % | 0,14 % |
| Gesundheit | 24,4 % | 3,0 % | 12,3 % | 0,12 % |
| B2B / SaaS | 23,2 % | 2,8 % | 12,1 % | 0,16 % |
| Tourismus | 21,4 % | 2,6 % | 12,1 % | 0,13 % |
| E-Commerce / Handel | 17,2 % | 2,2 % | 12,8 % | 0,20 % |
| Tagesangebote / Coupons | 13,8 % | 1,5 % | 10,9 % | 0,26 % |
Die niedrige Öffnungsrate im E-Commerce reflektiert das hohe Versandvolumen von Werbe-E-Mails. Marken, die täglich E-Mails senden, sehen Öffnungsraten, die 30 % niedriger sind als bei 2 bis 3 Sendungen pro Woche. Die optimale Versandfrequenz für die meisten deutschen E-Commerce-Marken liegt bei 2 bis 4 E-Mails pro Woche.
ROI und Umsatzdaten
E-Mail-Marketings durchschnittlicher ROI von 38 Euro pro eingesetztem Euro macht es zum leistungsstärksten digitalen Kanal. B2C-E-Commerce-Marken erzielen 44 Euro pro Euro, B2B-Unternehmen 36 Euro und Non-Profits 30 Euro. Mit Automatisierungs-Workflows steigt der Wert auf 52 Euro pro Euro.
Umsatzattribution nach E-Mail-Typ im E-Commerce: Automatisierte E-Mails generieren 33 % des gesamten E-Mail-Umsatzes, obwohl sie nur 2 % der Sendungen ausmachen. Diese extreme Effizienz macht Automatisierung zur wichtigsten Einzelinvestition im E-Mail-Marketing. Warenkorbabbrecher-Sequenzen generieren den meisten Umsatz pro gesendeter E-Mail, gefolgt von Browse-Abandonment, Willkommensserien und Post-Purchase-Cross-Sell-Flows.
Durchschnittlicher Umsatz pro E-Mail (RPE) im deutschen E-Commerce: 0,07 Euro für Broadcast-Kampagnen und 0,58 Euro für getriggerte automatisierte E-Mails. Dieser 8,3-fache Unterschied sollte jede E-Commerce-Marke dazu bewegen, den Aufbau von Automatisierung zu priorisieren, bevor sie das Broadcast-Volumen skaliert.
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Automatisierung und Personalisierung
64 % der deutschen Unternehmen nutzen mindestens einen E-Mail-Automatisierungs-Workflow. Die häufigsten: Willkommenssequenzen (76 %), Warenkorbabbrecher (58 %), Post-Purchase-Follow-ups (44 %), Re-Engagement-Kampagnen (32 %) und Geburtstags-E-Mails (26 %). Unternehmen mit 5+ Workflows generieren 3,0-fach mehr E-Mail-Umsatz als solche mit einem einzelnen Workflow oder keinem.
Personalisierung geht weit über Vorname-Merge-Tags hinaus. Verhaltensbasierte Segmentierung, bei der Abonnenten unterschiedliche Inhalte basierend auf Browsing-Verlauf, Kaufmustern oder Engagement-Level erhalten, treibt 72 % mehr Klicks als generische Sendungen. Dynamische Content-Blöcke, die den E-Mail-Inhalt basierend auf Abonnentenmerkmalen ändern, steigern die Conversion-Rate um 40 %. Im DACH-Raum nutzen erst 38 % der Unternehmen dynamische Inhalte, obwohl die Technologie in allen gängigen E-Mail-Plattformen verfügbar ist. Der Grund: mangelnde Datenintegration zwischen CRM, E-Commerce-Plattform und E-Mail-Tool. Unternehmen, die diese Systeme verbunden haben, sehen einen 2,4-fachen Anstieg der E-Mail-Umsatzeffizienz.
Re-Engagement-Kampagnen adressieren Abonnenten, die seit 60 bis 90 Tagen nicht geöffnet oder geklickt haben. Eine gezielte Re-Engagement-Sequenz (typischerweise 2 bis 3 E-Mails mit steigenden Angeboten oder „Wir vermissen Sie“-Messaging) reaktiviert 13 % der inaktiven Abonnenten. Wer nicht reagiert, sollte von künftigen Sendungen ausgeschlossen werden, um die Absenderreputation und Zustellbarkeit zu schützen.
Willkommenssequenzen sind die wichtigste Automatisierung. Eine gut strukturierte Willkommensserie (3 bis 5 E-Mails über 7 bis 14 Tage) generiert 310 % mehr Umsatz pro E-Mail als Standard-Werbekampagnen. Die erste E-Mail sollte innerhalb von 5 Minuten nach der Anmeldung gesendet werden, die zweite 24 Stunden später. Marken, die einen Erstkauf-Anreiz in ihre Willkommenssequenz einbauen, sehen 42 % höhere Conversion-Raten bei neuen Abonnenten.
Warenkorbabbrecher-Sequenzen sind die zweitwertvollste Automatisierung. 74,2 % der deutschen Online-Warenkörbe werden vor dem Kauf verlassen. Eine Drei-E-Mail-Warenkorbabbrecher-Sequenz (gesendet nach 1 Stunde, 24 Stunden und 72 Stunden) gewinnt durchschnittlich 11 % der verlorenen Verkäufe zurück. Die erste E-Mail erzielt die höchste Conversion-Rate mit 6,4 %, die zweite 3,0 %, die dritte 1,2 %.
Mobiles E-Mail-Verhalten
58 % der E-Mails in Deutschland werden auf Mobilgeräten geöffnet, 30 % auf Desktop und 12 % auf Tablet. Für B2C-Marken überschreitet der Mobilanteil 68 %. Mobile-responsive E-Mail-Design ist eine Grundvoraussetzung: Nicht-responsive E-Mails werden von 68 % der Mobilnutzer innerhalb von 3 Sekunden gelöscht.
Dark Mode ist eine wichtige Design-Überlegung geworden. 44 % der deutschen mobilen E-Mail-Öffnungen erfolgen im Dark Mode. E-Mails, die nicht für Dark Mode optimiert sind, können unter unsichtbarem Text, defekten Layouts und farblichen Konflikten leiden. Marken, die für beide Modi testen und optimieren, sehen 7 % höheres Engagement bei Dark-Mode-Nutzern.
Zustellbarkeit und Listenhygiene
Die durchschnittliche Inbox-Platzierungsrate in Deutschland beträgt 86,2 %, was bedeutet, dass 13,8 % der gesendeten E-Mails im Spam landen, blockiert werden oder bouncen. Die Zustellbarkeit hat sich verschärft, seit Google und Yahoo im Februar 2024 neue Absenderanforderungen eingeführt haben: DMARC-Authentifizierung, One-Click-Unsubscribe-Header und Beschwerderate unter 0,3 %.
Listenhygiene beeinflusst die Zustellbarkeit direkt. E-Mail-Listen verlieren jährlich durchschnittlich 22 % ihrer Adressen durch aufgegebene Konten, Jobwechsel und inaktive Abonnenten. Marken, die ihre Listen quartalsweise bereinigen, halten Inbox-Platzierungsraten über 93 %, versus 76 % für Marken, die nie bereinigen.
Authentifizierung ist enorm wichtig. Absender mit korrekt konfigurierten SPF-, DKIM- und DMARC-Einträgen erzielen 11 % höhere Inbox-Platzierung. BIMI (Brand Indicators for Message Identification), das ein Markenlogo neben E-Mails in unterstützten Clients anzeigt, steigert Öffnungsraten um 9 %. Nur 12 % der deutschen Marken haben BIMI implementiert.
E-Mail-Warm-up für neue Domains ist ein Bereich, in dem viele Unternehmen Fehler machen. Der Versand hoher Volumina von einer kalten Domain führt zu sofortigen Zustellbarkeitsproblemen. Best Practice: mit 50 bis 100 E-Mails pro Tag starten und das Volumen über 4 bis 6 Wochen um 20 bis 30 % täglich steigern, wobei engagierte Abonnenten priorisiert werden. Dieses positive Engagement signalisiert den Internetanbietern, dass der Absender legitim ist und baut die Domain-Reputation auf, die für den Versand hoher Volumina nötig ist.
Spam-Beschwerderaten sind mittlerweile eine kritische Schwellenmetrik. Google verlangt, dass Absender unter 0,3 % Beschwerderate bleiben, Best Practice zielt auf 0,1 % oder weniger. Das Überschreiten dieser Schwellenwerte kann dazu führen, dass E-Mails für alle Empfänger bei diesem ISP in den Spam geroutet werden, nicht nur für die Beschwerdeführer. Die Überwachung der Beschwerderaten über Google Postmaster Tools und Microsoft SNDS sollte eine wöchentliche Aufgabe für jedes ernstzunehmende E-Mail-Marketing-Programm sein.
E-Mail-Plattformen im DACH-Vergleich
Die meistgenutzten E-Mail-Marketing-Plattformen im DACH-Raum: Mailchimp (24 % Marktanteil bei KMU), Brevo (ehemals Sendinblue, 18 %), CleverReach (16 %, besonders stark in Deutschland durch Datenspeicherung auf deutschen Servern), Klaviyo (12 %, vor allem im E-Commerce), HubSpot (8 %) und ActiveCampaign (6 %). Die verbleibenden 16 % verteilen sich auf spezialisierte Enterprise-Lösungen wie Salesforce Marketing Cloud, Adobe Campaign und Emarsys.
CleverReach hat im DACH-Raum einen Sonderstatus, weil die Plattform Daten ausschliesslich auf deutschen Servern speichert und damit DSGVO-Konformität vereinfacht. Für Unternehmen in regulierten Branchen (Gesundheit, Finanzen, öffentlicher Sektor) ist die Datenspeicherung innerhalb der EU oft eine zwingende Anforderung. 34 % der deutschen Unternehmen nennen den Speicherort der Daten als entscheidendes Kriterium bei der Wahl der E-Mail-Marketing-Plattform.
Klaviyo dominiert im E-Commerce-Segment. 68 % der deutschen Shopify-Shops mit einem Umsatz über 500.000 Euro nutzen Klaviyo für E-Mail und SMS-Marketing. Die Plattform liefert im Schnitt 22 % höhere RPE (Revenue per Email) als Mailchimp, was auf die tiefere E-Commerce-Integration, bessere Predictive Analytics und fortgeschrittenere Segmentierungsmöglichkeiten zurückzuführen ist. Die höheren Kosten (Klaviyo ist im Schnitt 40 % teurer als Mailchimp bei vergleichbarer Listengrösse) werden durch die bessere Performance in der Regel mehr als kompensiert.
A/B-Testing Daten
Nur 36 % der deutschen E-Mail-Marketer testen ihre Kampagnen regelmässig per A/B-Test. Unter denjenigen, die testen: Betreffzeilen (80 %), Versandzeitpunkte (52 %), CTA-Buttons (44 %), E-Mail-Layout (32 %) und Personalisierungsvariablen (20 %). Betreffzeilen-Tests generieren einen durchschnittlichen Lift von 13 % bei der Öffnungsrate. Versandzeit-Tests bringen 8 % Verbesserung, CTA-Tests 10 % höhere Klickraten.
Statistische Signifikanz ist eine wichtige Überlegung. Eine Mindeststichprobe von 1.000 Empfängern pro Variante ist für aussagekräftige Betreffzeilen-Tests erforderlich. Für niedrigfrequentere Metriken wie Klickraten werden 5.000+ Empfänger pro Variante benötigt.
E-Mail-Länge ist eine unterschätzte A/B-Testing-Gelegenheit. Kürzere E-Mails (unter 100 Wörter) übertreffen längere bei Werbeangeboten und Flash Sales, während längere E-Mails (300 bis 500 Wörter) besser bei Bildungsinhalten, Produktlaunches und Überlegungskäufen funktionieren. Die effektivsten E-Mail-Programme testen bei jeder Sendung etwas und führen ein Testing-Protokoll, das Erkenntnisse über die Zeit kumuliert.
Multivariates Testing, das mehrere Elemente gleichzeitig testet (z. B. Betreffzeile plus Versandzeit plus CTA-Farbe), wird von nur 10 % der deutschen E-Mail-Marketer genutzt, liefert aber die aufschlussreichsten Ergebnisse. Ein einzelner multivariater Test kann Wechselwirkungen zwischen Variablen aufdecken, die sequenzielle A/B-Tests verpassen würden. Zum Beispiel könnte eine lockere Betreffzeile morgens besser performen, abends aber schlechter. Diese Wechselwirkungen bleiben ohne multivariates Testing unsichtbar.
KI im E-Mail-Marketing
28 % der deutschen E-Mail-Marketer nutzen mittlerweile KI-Tools für Betreffzeilen-Optimierung, Versandzeit-Optimierung oder Content-Empfehlungen. KI-optimierte Versandzeiten verbessern Öffnungsraten um durchschnittlich 11 %, indem sie E-Mails dann zustellen, wenn jeder einzelne Abonnent am wahrscheinlichsten interagiert. Prädiktive Content-Empfehlungen, bei denen der E-Mail-Inhalt basierend auf prognostiziertem Kaufverhalten personalisiert wird, steigern Klickraten um 32 % und den Umsatz pro E-Mail um 26 %.
KI-generierte Betreffzeilen sind ein weiteres Wachstumsfeld. Tools wie Phrasee und Jacquard analysieren historische Performance-Daten und generieren Betreffzeilen, die auf maximale Öffnungsrate optimiert sind. Erste Ergebnisse zeigen, dass KI-generierte Betreffzeilen in 62 % der Fälle besser performen als menschlich geschriebene Varianten, allerdings mit geringerem Vorsprung bei emotionalen oder humorvollen Betreffzeilen, wo menschliche Kreativität weiterhin überlegen ist.
Predictive Segmentation, bei der KI-Algorithmen Abonnenten automatisch in Gruppen einteilen basierend auf vorhergesagtem Verhalten (Kaufwahrscheinlichkeit, Abwanderungsrisiko, erwarteter Bestellwert), wird von 18 % der grossen deutschen E-Commerce-Unternehmen eingesetzt. Diese Marken berichten von 38 % höherer E-Mail-Umsatzeffizienz im Vergleich zu manueller Segmentierung. Die Technologie senkt den manuellen Aufwand für Segmentierungsentscheidungen erheblich und ermöglicht es, auch bei grossen Listen individuelle Erlebnisse zu schaffen.
DSGVO-konforme KI-Nutzung
Der Einsatz von KI im E-Mail-Marketing erfordert im DACH-Raum besondere Sorgfalt in Bezug auf die DSGVO. Die Verarbeitung personenbezogener Daten durch KI-Systeme muss dokumentiert und in der Datenschutzerklärung transparent gemacht werden. 42 % der deutschen Unternehmen, die KI im Marketing einsetzen, haben ihre Datenschutzrichtlinien noch nicht entsprechend aktualisiert. Die DSGVO-konforme Implementierung von KI-gesteuerten E-Mail-Flows erfordert eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV) mit dem KI-Toolanbieter, eine Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA) bei besonders sensiblen Datenverarbeitungen und die Möglichkeit für Nutzer, der automatisierten Entscheidungsfindung zu widersprechen.
E-Mail bleibt der stärkste Kanal
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Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die durchschnittliche Öffnungsrate im deutschen E-Mail-Marketing?
Die durchschnittliche E-Mail-Öffnungsrate in Deutschland liegt bei 24,2 %, leicht über dem globalen Schnitt von 21,3 %. Die höheren Werte im DACH-Raum sind auf die strengeren Double-Opt-in-Anforderungen der DSGVO zurückzuführen.
Wie hoch ist der ROI von E-Mail-Marketing im DACH-Raum?
E-Mail-Marketing liefert im DACH-Raum durchschnittlich 38 Euro pro eingesetztem Euro. Mit Automatisierungs-Workflows steigt der Wert auf 52 Euro pro Euro. Damit ist E-Mail der Kanal mit dem höchsten ROI im Digitalmarketing.
Wann ist die beste Versandzeit für Marketing-E-Mails in Deutschland?
Dienstag und Donnerstag zwischen 9:30 und 11:00 Uhr erzielen die höchsten Öffnungsraten. Wochenendsendungen sehen deutlich niedrigeres Engagement mit Öffnungsraten von 12 bis 14 %.
Wie oft sollte man Marketing-E-Mails versenden?
Für die meisten deutschen Marken liegt die optimale Frequenz bei 2 bis 4 E-Mails pro Woche. Tägliche Absender sehen 30 % niedrigere Öffnungsraten. Getriggerte und automatisierte E-Mails sollten verhaltensbasiert gesendet werden, unabhängig von Frequenzlimits.
Wie viele E-Mails werden auf Mobilgeräten geöffnet?
58 % der deutschen E-Mails werden auf Mobilgeräten geöffnet, 30 % auf Desktop und 12 % auf Tablet. Bei B2C-Marken liegt der Mobilanteil bei über 68 %. Responsive Design ist unerlässlich.
Quellen
- Litmus State of Email Report 2026
- Mailchimp E-Mail-Marketing Benchmarks 2026
- DDV Deutscher Dialogmarketing Verband Benchmarks 2025
- HubSpot E-Mail-Marketing Statistiken 2026
- Klaviyo E-Commerce E-Mail Benchmarks 2026
- Statista E-Mail-Nutzer weltweit 2026
- Campaign Monitor E-Mail-Marketing Trends 2026



